CABARET | Premiere 07. Oktober 2011

Musical von John Kander (Musik), Fred Ebb (Text) und Joe Masteroff (Buch).

Inszenierung: Astrid Kohlmeier
Musikalische Leitung: Ludger Nowak
Choreographie: Mack Kubicki
Ausstattung: Rahel Seitz

Premiere: 07.10.2011, Landestheater Schwaben, Memmingen

Info, Vorstellungs- und Gastspieltermine: Siehe www.landestheater-schwaben.de

»Willkommen, bienvenue, welcome« im Berlin der 30er Jahre! Während sich der braune Sumpf immer stärker formiert, versucht die Welt ihre grell-bunte Glanz- und Glamour-Fassade aufrechtzuerhalten und im »Cabaret« die Sorgen des Alltags zu verdrängen. Sally Bowles ist ein vergnügungssüchtiges Nacht-schattengewächs, welches die Nacht zum Tag macht. Politisch uninteressiert, ist sie dem Berliner Nachtleben völlig verfallen. Für marschierende Nazis und Untergangsstimmung ist da kein Platz. Ihre Welt ist der gesellige Nollendorfplatz, das billige Zimmer in Fräulein Schneiders Pension und der verruchte Kit Kat Klub. Sie hat den unbändigen Wunsch, berühmt und geliebt zu werden. Und so soll es sein: der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw lernt die englische Nachtclubsängerin kennen und erliegt sofort ihrer faszinierenden Persönlichkeit...

Dieses Musical ist ein einziger Superlativ: acht Tony Awards am Broadway, acht Oscars für die Verfilmung und der Beginn von Liza Minnellis Weltkarriere. Der Stoff, der sich auf autobiographische Erlebnisse des englischen Schriftstellers Christopher Isherwood bezieht, wurde vom Musical-Erfolgsduo Kander&Ebb (u.a. auch »Chicago«, »Kuß der Spinnenfrau«) 1966 erstmals am Broadway aufgeführt.

Conférencier: Mario Lohmann
Cliff Bradshaw: Matthias Wagner
Ernst Ludwig: Matthias Tuzar
Sally Bowles: Josephine Bönsch
Fräulein Schneider: Anke Fonferek
Fräulein Kost / 2. Kit Kat Klub-Girl / Two Ladies: Katharina Puchner
1. Kit Kat Klub-Girl / Telefon-Girl / Two Ladies: Michaela Fent
Herr Schultz: Fridtjof Stolzenwald
Max / Matrose: Dino Nolting
Zollbeamter: Andre Stuchlik
Kit Kat Klub-Girls: Christine Vöhringer, Maria Demircan, Souadou Diop
Statisterie: Max Breternitz, Ulrich Gapp

PRESSE

Ruhm oder Liebe. Astrid Kohlmeier inszeniert Musical "Cabaret" am LTS. In: Memminger Kurier. 12.10.2011.

Seit einigen Jahren wird der sonst abgedeckte Orchestergraben im Stadttheater für musikalische Produktionen geöffnet: Ohne Drehbühne und mit begrenzten finanziellen Mitteln, doch mit größtem Einsatz des kleinen Ensembles, begeisterten Statisten, namhaften Gästen und der Hilfe von Sponsoren gelingt es der Intendanz immer wieder, weltberühmte Musicals wie heuer "Cabaret" zu präsentieren - eine Gemeinschaftsleistung von beispielhafter Größe.

Die junge Regisseurin Astrid Kohlmeier, die von 2006 - 2008 als Regieassistentin am LTS engagiert war und im Kaminwerk ihr eigenes Stück "Grüne Organe" vorstellte, hat sich inzwischen durch ihre erfrischen unkonventionellen Studio-Inszenierungen in Memmingen einen Namen gemacht. Besonders begeisterte sie das Publikum mit "Shakespeare, Mörder, Pulp & Fiktion", einem Stück, mit dem sie feinen, hintersinnigen Humor und geschicktes Improvisationstalent bewies: So besetzte sie die Rolle der "Leiche" in Ermangelung eines geeigneten Statisten kurzerhand mit dem Abendspielleiter. Mit "Cabaret" führt Astrid Kohlmeier erstmals im großen Haus Regie und konnte eine der glanzvollsten und erfolgreichsten Premieren der letzten Jahre verzeichnen. Für diese große Herausforderung standen ihr mit Ludger Novak (Musikalische Leitung) und Mack Kubicki (Choreographie) kompetente und erfahrene Gäste zur Seite, dazu ein hochmotiviertes Ensemble mit neuen und bewährten Kräften, die alle in der abwechselnd laufenden Produktion "Andorra" auf der Bühne stehen - unglaublich wie sie das schaffen. Die Story des Musicals von John Kander und Fred Ebb, das 1966 Premiere am Brodway feierte,und als Film Liza Minellis Weltruhm begründete, ist bekannt: Vor dem todernsten Hintergrund der sich ausbreitenden braunen Gefahr strebt im vergnügungssüchtigen Berlin der Dreißigerjahre die lebenslustige junge Nachtklubsängerin Sally nach Erfolg und Ruhm und verrät in ihrem in jeder Hinsicht blindem Ehrgeiz Liebe und mögliches Leben.

In Astrid Kohlmeiers Inszenierung spielen und singen Josephine Bönsch (Sally Bowles) und Matthias Wagner (Cliff Bradshaw) die Hauptrollen, beide mit beeindruckenden Stimmen, wobei Josephine Bönsch akustisch wie optisch frappierend an den US-Star erinnert. Vor allem in den Solo-Partien kommt ihr faszinierendes, modulationsfähiges Stimmvolumen - gepaart mit eleganten Bewegungen und enormer Ausstrahlung - zu mitreißender Geltung. Das Premieren-Publikum quittierte diesen ersten großen Auftritt der Nachwuchstalente mit tosendem Beifall.