MÄNNLICHE WIMPERN & WEIBLICHE ZEHEN

Männliche Wimpern & Weibliche Zehen von Astrid Kohlmeier,
Landestheater Schwaben 2007 (UA: 23.05.2007)

Regie: Astrid Kohlmeier
Ausstattung: Britta Lammers
Mit: Theaterjugendclub des Landestheaters Schwaben 

PRESSE

"Nichts anfassen!"
In: Memminger Kurier. 30.05.07

Absolut sehenswert: Die junge Regisserin Astrid Kohlmeier hat die Szenen in ein starkes Regiekonzept eingebunden, das jede Menge Entfaltunsspielraum lässt, von den Darstellern mit Lust, Liebe und Sinn für Humor ausgestaltet. Hin und hergerissen zwischen Anpassung an gesellschaftliche Normen, Regeln und (Schönheits-)Idealen und eigenen Wünschen und Ängsten, zwischen modernen Lebensformen und Tradition, Romantik und Pragmatik, kaltem Existenzialismus und der Suche nach Geborgenheit und Verbindlichkeit  - und schließlich zwischen dem Bedürfnis nach Abgrenzung und dem brennenden Wunsch nach Nähe und Sexualität, suchen sich fünfzehn Menschen Ziele zu stecken.

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"Man wird nicht als Tussi geborgen"
In: Memminger Zeitung. 31.05.07

Das Stück lässt sich einerseits als Stück über Jugendliche verstehen, die Probleme mit dem Erwachsenwerden haben, mal rebellisch "Scheiß auf die Gesellschaft" rufen und dann wieder, ganz verletzlich, über echte Sehnsüchte und falsche Ideale sprechen. Andererseits kann man sich auch auf literarische Anspielungen und philosophische Positionen einlassen, die das Stück zum Geschlechterthema in den Raum stellt. Missverständnisse zwischen Mann und Frau kann man dann als absurdes Theater begreifen oder sich der Kernaussage Jean-Paul Satres einmal über die Jugendsprache annähern. Denn der Philosoph meine mit dem Satz "Die Existenz geht der Essenz voraus" doch wohl, "dass man gar nicht als Tussi oder Kerl geboren, sondern dazu gemacht wird.  

"Männliche Wimpern und Weibliche Zehen" bringt die Chancen und Probleme einer individualisierten Gesellschaft mit viel Feingefühl auf den Punkt. Es zeigt die Verunsicherung junger Menschen, die sich nicht mehr auf vorgefertigte Muster berufen können und deckt gleichzeitig ihre Lust daran auf, sich stets neu zu erfinden. Was bleibt, ist das Bekenntnis zur eigenen Individualität. Schlicht und doch nicht einfach..  

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